Bereits seit vielen Jahren wird Zahnseide als Ergänzung zum Zähneputzen empfohlen, damit Zahnzwischenräume von Essensresten gesäubert werden und Zahnbelag vermieden wird. Ein Drittel der Deutschen nutzt die Zahnreinigung mit dem Kunststofffaden laut Statista regelmäßig und trägt dadurch zu einer besseren Hygiene im Mundraum bei. Wir haben für unsere Patienten einige Tipps zusammengestellt, falls bei Ihnen noch Fragen zum Thema Zahnseide bestehen. Dadurch erklären wir Ihnen die beste Technik und zeigen Ihnen Alternativen auf.

Wie wendet man Zahnseide richtig an?

Vor dem Reinigen der Zähne mit Zahnseide sollten Sie zuerst Ihre Hände waschen, damit sich keine Bakterien in den Mundraum übertragen können. Anschließend trennen Sie einen Faden mit einer Länge von etwa 45 cm ab, der um Mittel- oder Zeigefinger Ihrer Hand gewickelt wird. Die Zahnseide wird dann zwischen Daumen und Mittel-/Zeigefinger geklemmt, sodass zwei bis drei Zentimeter frei bleiben. Wenn Sie den Kunststofffaden um den Mittelfinger wickeln, ist eine einfachere Führung durch den Zeigefinger möglich. Anschließend führen Sie den Faden in einer C-Form um den Zahn und führen mit der Zahnseide sägen-ähnliche Bewegungen aus, um Essensreste oder Bakterien aus den Zwischenräumen zu entfernen. Am Anfang sollten Sie vorsichtiger vorgehen, bis Sie etwas Erfahrung mit der richtigen Technik haben. Vergessen Sie nicht die Rückseite des Zahns, die Sie ebenfalls mit dem Faden erreichen sollten. Die benutzte Zahnseide wird, nachdem Sie mit einem Zahn fertig sind, auf den Fingern aufgerollt, während für den nächsten Zahn ein unbenutzter Teil des Fadens abgerollt wird.

Wie oft und wann sollte man die Zahnseide nutzen?

Häufiger als einmal am Tag müssen Sie die Zahnseide nicht nutzen, sondern dies reicht aus, um schädlichem Zahnbelag vorzubeugen und die Zahnzwischenräume sauber zu halten. Hinsichtlich des Zeitpunkts raten wir in unserer Praxis in Berlin dazu, die Zahnseide vor dem Schlafengehen einzusetzen. Dadurch werden die Essensreste und der Zahnbelag, die sich über den Tag gesammelt haben und mit dem Zähneputzen nicht gesäubert werden konnten, durch die Zahnseide aus den Zwischenräumen entfernt. Somit verbleiben Bakterien nicht über Nacht zwischen den Zähnen, sondern werden vor dem Schlafengehen beseitigt. Eine häufigere Anwendung der Zahnseide als einmal am Tag empfehlen wir nicht, da dies kaum einen Nutzen bietet. Es genügt, am Abend vor dem Schlafen die Zahnzwischenräume gründlich zu säubern.

Was ist die beste Zahnseide?

Welche Marke ist am besten?

Keine großen Unterschiede haben wir in unserer Praxis in Berlin festgestellt, wenn es um die verschiedenen Marken von Zahnseide geht. Zwar gibt es bekannte Hersteller wie Oral-B oder Elmex, die Zahnseide vertreiben, doch angesichts der einfachen Zusammensetzung des Kunststofffadens müssen Sie bei No-Name-Herstellern keine Einschränkungen befürchten. Wichtiger ist die regelmäßige Anwendung der Zahnseide und die richtige Technik, um die Zwischenräume gründlich zu säubern.

Gewachste oder ungewachste Zahnseide?

Der Unterschied zwischen den beiden Varianten von Zahnseide ist die Wachsschicht, die gewachste Fäden überzieht. Vorteil der gewachsten Zahnseide ist das leichtere Gleiten zwischen die Zähne für Beginner, die sich erst an die neue Methode der Zahnreinigung gewöhnen müssen. Bei der ungewachsten Zahnseide ist der Reinigungseffekt hingegen höher, da vom Faden mehr Essensreste beseitigt werden können. Wir empfehlen unseren Patienten am Anfang die gewachste Zahnseide und raten Ihnen, später auf die ungewachste Variante umzusteigen. Wenn Sie damit schlechter zurechtkommen, bietet aber auch die Zahnseide mit Wachsschicht einen sehr guten Reinigungseffekt.

Kann Zahnseide schädlich sein?

Schädlich ist Zahnseide nicht, aber bei falscher Anwendung können Blutungen am Zahnfleisch auftreten. Dies kann durch zu hastiges Einfädeln passieren und dadurch Verletzungen im Mundraum hervorrufen. Normal sind Zahnfleischblutungen allerdings nicht, sodass bei richtiger Anwendung der Zahnseide kein Blut zu sehen sein sollte. Falls Sie über mehrere Tage ein Zahnfleischbluten feststellen, sollten Sie dies in unserer Praxis in Berlin untersuchen lassen. Ein möglicher Auslöser dafür ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die unbehandelt zu Parodontitis führen kann.

Was kann man statt Zahnseide benutzen?

Bemängelt wird bei der Zahnseide häufig, dass der Kunststofffaden nur einmal verwendet werden kann und danach ein neuer Abschnitt begonnen werden muss. Als Alternative können Sie auch Interdental-Bürsten oder Interdental-Picks nutzen, die sich mehrfach einsetzen lassen. Gerade die Bürsten überzeugen nicht nur durch mehrfache Anwendbarkeit, sondern ermöglichen außerdem eine sehr einfache Handhabung. Wenn Sie daher mit der Zahnseide nicht richtig warm werden, können Sie mit den Bürsten ebenfalls zuverlässig die Zahnzwischenräume von Speiseresten und Bakterien befreien.
Auch Mundduschen werden häufig als Alternative zur Zahnseide beworben, schneiden aber unter anderem im Test der Zeitung Merkur weniger gut ab. So wird bemängelt, dass besonders hartnäckiger Zahnstein mit den Wasserduschen kaum entfernen lässt. Gleichzeitig lautet die Empfehlung, die wir auch unseren Patienten geben, dass der Einsatz einer Munddusche immer noch Essensreste entfernen kann, die nach dem Zähneputzen zurückbleiben. Deshalb ist die Munddusche besser als Zähneputzen allein, kann jedoch weniger hartnäckige Reste als die Zahnseide beseitigen.

Was passiert, wenn man keine Zahnseide benutzt?

Bei Patienten in Berlin, die keine Zahnseide benutzen und sich nur auf das tägliche Putzen mit einer Zahnbürste verlassen, sehen wir vielfach eine große Anzahl von Bakterien in den Zahnzwischenräumen, die eine Zahnfleischentzündung auslösen können. Diese wiederum kann zu einer chronischen Parodontitis führen, für deren Heilung eine Behandlung notwendig ist. Aus diesem Grund empfehlen wir unseren Patienten die tägliche Anwendung von Zahnseide, um die Hygiene Ihrer Zähne und des Zahnfleischs zu erhalten.

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